Reisetagebuch Rumänien – Tag #6

Der heutige Tag beginnt wieder mit einem Abschied. Alle haben die Nacht und den Morgen in ihrer Gastfamilie gut überstanden – oder wie Alin sagen würde: „Habt ihr mal alle überlebt, das ist Hauptsache.“

An diesem Morgen sagen wir endgültig Auf  Wiedersehen zu Tasuleasa Social – nun heißt es auch von Alin und seinen Volunteers Abschied nehmen. Und natürlich von unseren Gastfamilien.

   Ein letztes gemeinsames Foto wird geschossen…

…und schon sitzen wir wieder samt Gepäck im Bus. Diesmal nach Sibiu, wo wir unsere letzte Nacht in Rumänien verbringen werden. Alle schütteln Hände, umarmen sich und winken zum Abschied.

 

Die im Bus anfänglich vorherrschende Schwermut macht schnell aukommender Vorfreude Platz. Wir sehen unserem Aufenthalt in Sibiu mit freudiger Erwartung entgegen.

Doch zuerst ein Zwischenstopp. Wir halten in einer kleinen Stadt, direkt vor einer altertümlich anmutenden Mauer. Wir passieren diese durch ein winziges Tor hindurch und betreten eine kleine, von Blumen gesäumte Parkanlage, in deren Zentrum sich eine Kirche befindet. Diese wird von entlang der Mauer platzierten Gebäuden umringt, und als wir die Kirche zu einem Viertel umrundet haben, werden wir in einen zylinderförmigen Bau mit kegelförmiger Spitze gelotst – Der Speckturm. Dieser macht seinem Namen alle Ehre: Oberhalb einer älteren Dame, die sich auf einer sie umgebenden, achteckigen Theke mit allerhand Mundvorrat zu schaffen macht, hängen, an mehreren Holzbalken befestigt, dutzende Stücke geräucherten Fleisches. Sie scheinen von oben herab zu zeigen, auf den der Frau rückwärts gelegenen Teil der Theke, welcher der Lagerung einiger Marmeladen- und Honiggläser und diverser Flaschen vorbehalten ist. Ein wunderschöner Anblick für das hungrige Touristenauge.

Sie begrüßt uns herzlich, stellt sich uns vor – auf Deutsch – und bietet uns etwas der ihrerseits vorbereiteten Speisen an. Das lassen wir uns nicht zweimal sagen.

Wie sich herausstellt,  haben wir soeben unseren Guide kenngelernt und nach einem lange ersehnten, genüsslichen Mittagessen voll von hausgemachtem Brot, Käse, Speck und anderen Leckereien begeben wir uns gemeinsam mit ihr in die Kirche, wo sie uns für kurze Zeit auf eine Reise durch ihre geschichtsträchtige Heimat Siebenbürgen nimmt.

Bevor wir uns zurück in unseren Bus nach Sibiu begeben, haben wir noch die Gelegenheit, das Gelände zu besichtigen.

        Und nach einem kleinen Umtrunk…

…und dem Erwerb einiger Flaschen und Gläser mit  hausgemachtem Inhalt…

…bedanken wir uns und setzen unsere Reise fort.

Am späten Nachmittag erreichen wir die Universitätsstadt Sibiu. Wir werden empfangen von einer reizenden Dame mittleren Alters, Lavina, die Herr Hopfmüller über das Erasmus-Programm des GYP kennengelernt hat und die uns unseren Aufenthalt in Sibiu so angenehm wie möglich gestalten wird. Der erste Dienst, den sie uns erweist, besteht darin, eine Bleibe für unsere letzte Nacht auf rumänischem Boden zu organisieren. Nach einer kurzen Einrichtungspause im Hotel, begeben wir uns auch schon zum Zentrum der Stadt.

Von dort aus bekommen wir eine Stadt-Führung – von einem netten, humorvollen Grundschullehrer und Teilzeitbassisten namens Calin. Er findet genau den richtigen Mix aus Information und Unterhaltung – und wir freuen uns, den heutigen Abend mit den beiden verbringen zu dürfen.

Wo Studenten sind, ist bekanntlich auch einiges an Nachtleben vorzufinden. Nach einem gemeinsamen Abendessen hat ein kleiner Teil unserer Gruppe hat das Glück, mit Herrn Schröpel, einem leidenschaftlichen Musikkenner und Konzertgänger, in den Abendstunden Sibius unterwegs zu sein. So lernten ein paar von uns die rumänische Classic Rock Band „Still Crazy“ kennen, die ganz zufällig in der Nähe unseres Hotels ein Konzert gab.

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.